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Professor Leitzmann, Teil 2

Exklusives Interview mit Professor Claus Leitzmann – Teil 2.

Allgemein, Antiaging, Gesundheit erleben, Lifestyle, Rohkost

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Claus Leitzmann und seine Gattin sind ein lebendiges Beispiel für die positiven gesundheitlichen Auswirkungen einer rohköstlichen Ernährung, regelmässiger Bewegung, Humor und einer aktiven Lebensgestaltung.

Er ist im Februar 84 Jahre alt geworden.

» Prof. Leitzmann spricht in diesem Interview über Rohkost als Prävention und Therapie, Bewegung und …

Bei guter Gesundheit älter werden?

Die wichtigste Regel um im Alter gesund zu sein, ist früh damit anfangen. Denn wenn man erst mit 60 oder 70 Jahren damit anfängt ist schon viel nicht wieder gut zu machen.

Dazu gehört neben der richtigen gesunden Ernährung eben auch die entsprechende körperliche Aktivität. Essen müssen wir jeden Tag und machen wir auch jeden Tag.

Was haben Rohkost und Ernährung mit Gesunderhaltung, Prävention und Krankheit zu tun?

Generell kann man jedoch sagen, dass was der Vorbeugung dient, dient auch dem Kranken. Wenn bestimmte Krankheiten vorliegen muss man es entsprechend modifizieren.

Wenn man über Krankheiten spricht und was man mit der Ernährung tun kann, muss man vorausschicken, dass es viel einfacher ist sich durch eine richtige Ernährung vor Krankheiten zu schützen. Die Prävention, die Vorbeugung ist eigentlich das Wichtigste..

Was raten Sie kranken Menschen?

Aber Menschen werden krank und dann taucht die Frage auf: „Wie kann ich jetzt meine Ernährung gestalten, dass sich meine Krankheit lindert oder ich sie ganz loswerden kann?“

Dabei ist die Rohkost ein wichtiges Thema. Bei vielen Krankheiten hat es sich bewährt, dass man sich rohköstlich ernährt. Wenn man es vorher nicht gemacht hat, sollte man da etwas vorsichtig herangehen. Es ist ganz unterschiedlich, einige Leute gewöhnen sich innerhalb von ein zwei Wochen an die ballaststoffreiche Rohkost, bei anderen dauert es Monate.

Anmerkung der Redaktion

Diese Grafik stammt aus einer umfassenden, hoch spannenden Dissertation über Geschichte und die Wirkungen der Rohkost, die Professor Claus Leitzmann als Doktorvater betreut hat.

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Rohkost – Historische, therapeutische und theoretische Aspekte einer alternativen Ernährungsform. Edmund Semler.

Erhältlich beim Autor (EU, D, A) oder bei Vitapower (Schweiz, Liechtenstein)

Was ist bei einer Ernährungsumstellung auf Rohkost zu beachten?

Das gute an der Rohkost ist, dass es praktisch keine bösen Nebenwirkungen gibt. Man kann es probieren. Eine Woche wäre gut, ein Monat wäre besser. In ganz vielen Fällen wissen wir aus Berichten von Patienten, dass sie schon deutliche Verbesserungen spüren und bei der Rohkost bleiben wollen. Es muss später auch nicht 100 Prozent ist, aber anfänglich lohnt es sich 100 Prozent Rohkost zu machen.

«Die Rohkost ist eine ideale Ernährungsweise, um sich gesund zu erhalten und bestimmte Gesundheitsstörungen zu lindern oder gar zu heilen. Für den Menschen stellt diese Naturkost die artgerechte Ernährung dar. Eine angemessene Gewöhnungszeit und eine individuell abgestimmte Menge an Rohkost sind die besten Garanten, dass die Vorteile dieser gesunderhaltenden Ernährungsweise genutzt und eine mögliche Unterversorgung vermieden werden.»

Prof. Dr. rer. nat. Claus Leitzmann

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Was tun wenn die Rohkost Probleme bereitet?

Wer dann nach ein bis zwei Monaten mit 100% Rohkost keine Verbesserung spürt oder sogar mehr Probleme hat, der muss vielleicht weniger Rohkost essen und dann doch eine andere Kostform wählen.

Wichtig ist, dass man die Mengen nicht übertreibt und besonders gründlich kaut. Menschen die nicht mehr so gut kauen können, können eine Küchenmaschine nehmen oder einen Smoothie zubereiten.

Wie die Rohkost wirkt und vertragen wird kann man nicht in jedem Fall voraussagen, dass muss ausprobiert werden. Der Patient muss das auch selber beurteilen und mitentscheiden anhand seiner Beschwerden oder Verbesserungen.

Über die Wichtigkeit der individuell angepassten Ernährung

Der Mensch weiss ja selber am besten wann er Hunger hat, wann er satt ist und ob es ihm bekommt oder nicht. Da sollte man sehr genau in sich hineinhören, besonders wenn es um all die Unverträglichkeiten und Intoleranzen geht.

Über Laktoseintoleranzen, Glutenunverträglichkeit, also Zöliakie, wissen wir heute viel.

Da kann man auch sehr vernünftig damit umgehen und trotzdem eine sehr gesunde, krankheitsverträgliche oder gar krankheitslindernde und krankheitsheilende

Ernährung zu sich nehmen.

Sie haben im einleitenden Satz die Wichtigkeit der körperlichen Aktivität betont!

Ohne körperliche Aktivität können wir jahrelang leben, aber es ist eben nicht gut. Es ist von der Natur so vorgesehen, dass man sich täglich bewegt. Das kann man nicht stark genug unterstreichen, es ist eine wichtige Kombination.

Wie viel sollte man sich bewegen?

Es ist viel besser jeden Tag 5 km zu laufen als einmal in der Woche einen Marathon zu machen. Es ist nicht besonders gut, wenn Menschen sich unglaublich strapazieren. Sonst stimmt das Sprichwort „Sport ist Mord“.

Sie sind bekannt als humorvoller Redner. Wieso ist Ihnen der Humor so wichtig?

Das dritte Element neben Ernährung und Bewegung ist, das Leben etwas optimistisch anzugehen. Ich persönlich finde den Humor ganz wichtig, sonst ist das Leben eben humorlos. Wenn man da nur noch Regeln hat, wie man richtig zu essen hat und dass man unbedingt jeden Tag seine Bewegungen machen muss, und dabei humorlos durchs Leben schreitet, ist das ziemlich fade.

Interview Teil 1 mit Prof. Dr. Claus Leitzmann

Können Sie uns ein Fazit Ihres angesammelten Wissens und Ihrer Erfahrungen mit auf den Weg geben?

Die Ganzheit von der immer wieder gesprochen wird, ist die beste Grundlage um ein Alter in Gesundheit zu erreichen. Das Zitat von Hippokrates kann man nicht oft genug wiederholen:

Eine einfache Ernährung,
ausreichend körperliche Aktivität
und Masshalten in allen Dingen des Lebens
ist das beste Rezept,
um ein Alter in Gesundheit zu erreichen.

Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Es ist nicht ganz einfach, aber es geht. Es gibt ja Leute, die uns das vorgelebt haben. Daran kann man sich orientieren.

Herzlichen Dank Ihnen Herr Leitzmann für das Interview!
Michael Burger, 2017

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