04. Oktober 2017

Viel zu wenig Vitamin-D wegen Rechenfehler?

.

Im Winter sind jedoch laut dem EDI (Departement des Inneren) mehr als 60% der Bevölkerung unterversorgt. Bei Menschen ab 60 Jahren haben sogar 80% einen zu tiefen Vitamin-D3-Speigel. Auch Schwangere, Stillende und Babies haben massiv zu tiefe D3-Werte.

Hinzu kommt, dass man sich bei den bisherigen Empfehlungen auf falsche Berechnungen stützte

Vitamin-D3 ist für die Gesundheit extrem wichtig

Studien zeigen auf, dass bei einem niedrigen Vitamin-D-Serumspiegel die Zahl der Betroffenen von Brustkrebs, Dickdarmkrebs, Nierenkrebs und … ansteigt. Auch Demenz oder Parkinson werden unter anderem mit einen Vitamin D Mangel in Zusammenhang gebracht.

Ärztliche Empfehlung: Welche Patienten brauchen Vitamin D?

Dr. med Heinz Lüscher empfiehlt bei folgenden Krankheiten die regelmässige Einnahme von Vitamin D3:

  • entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn, Colitis ulzerosa, Divertikulitis
  • bei Krebspatienten
  • bei neurologischen Erkrankungen (Alzheimer, Parkinson, MS, ALS)
  • bei Allergien (Heuschnupfen und Asthma)
  • Osteoporose

Studien zeigen auf, dass bei einem Mangel am Lichtvitamin D3 auch das Risiko für Depressionen ansteigt. Und dasjenige von Osteoporose.

Weitere wichtige Aufgaben von Vitamin D3

  • Abwehr und Erkennung von Bakterien und Viren bei Erkältungen und Grippe
  • Frühzeitiges Erkennen von Entzündungen in Gelenken (z.B. Arthritis) und in anderen Organen

Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel

  • 55 Plus
  • Menschen, die täglich viele Stunden in Büros, Spitälern, Schulen, ... arbeiten
  • Dunkelhäutige Menschen
  • Menschen mit chronischen Darmentzündungen
  • Menschen mit Übergewicht
  • Veganer, Vegaterier
  • Menschen, die langfristig Medikamente einnehmen, z.B. Cholesterinsenker oder gewisse Entzündungshemmer
  • Menschen mit rheumatischen Erkrankungen
  • Menschen, die unter Depressionen leiden
  • Menschen, die unter Migräne leiden
  • Schwangere und Kinder

Aktuell: Rechenfehler aufgedeckt

Wie das Basler MDPI Journal im März 2015 (www.mdpi.com/journal/nutrients ISSN 2072-6643) veröffentlichte wurde bei der Bestimmung der Empfehlung der täglichen Bedarfsmenge für Vitamin D ein grösser Rechenfehler gemacht. Die zur Zeit in der EU empfohlene Tagesdosis von 800 i.E., bzw. in der Schweiz von nur 600 i.E. sollte demgemäß auf 7000 i.E. (internationale Einheiten) pro Tag erhöht werden.

Dieses Ergebnis wurde auch durch eine Studie mit 3657 Personen bestätigt, die zwischen 0 und 10.000 i.E. pro Tag einnahmen. Die Personen haben sich während der Studie (im Sommer durchgeführt) normal ernährt und Vitamin D zusätzlich eingenommen. Die Teilnehmer haben während der Versuchszeit durch Sonnenstrahlen und mit ihrer Ernährung im Durchschnitt 3000 i.E. erzeugt / respektive durch Lebensmittel zu sich genommen.

Um den minimalen Vitamin D Bedarf abzudecken sind aber 7000 i.E. / Tag nötig. Eine normale Ernährung liefert maximal 120-200 i.E. an Vitamin D.

.


Vitamin D-Bedarf im Sommer und Winter


Vitamin-D3-Bedarf im Sommer

  • Im Sommer liefert die Sonne durchschnittlich 3000 i.E.
  • Über die Ernährung führen wir uns lediglich 120-200 i.E. zu.

Daraus ergibt ich die Sommerempfehlung mindestens 4000 i.E. pro Tag durch Nahrungsergänzungsmittel hinzuzufügen. Diese empfehlung findet sich auch im Buch von Dr. Jörg Spitz " Superhormon Vitamin D", erschienen im GU Verlag.

Mit dieser Dosis erreichen selbst Personen, die viel an der Sonne sind, keine zu hohe Gesamtdosis, d.h. bleiben weit unter der zulässigen höchsten Tagesdosis.

Die Vitamin-D-Versorung im Sommer hat seine Tücken

Denn sie ist extrem unterschiedlich. Ein Sonnenbad (freier Oberkörper, ohne Sonnenöl) während 15 Min bringt rund 18.000 i.E. ABER viele Sonnenöle halten bis zu 3 Tagen die UV-B Strahlung ab, die für die Vitamin-D-Produktion zuständig ist. Das heisst, das viele Menschen durch die Sonnenschutzmanie auch im Sommer einen Mangel an Vitamin-D3 haben.

Ein normaler Spaziergang mit freien Armen und Beinen über den Mittag während einer Stunde bringt nur 1.000 internationale Einheiten. Deshalb denken einige Wissenschaftler, dass wir wegen unserer Lebensweise auch im Sommer nicht auf die geschätzten 3500 i.E. kommen und der Bedarf an Vitamin-D3 auch im Sommer bei etlichen grösser ist als gedacht.

Vitamin-D3-Bedarf im Winter

  • Im Winterhalbjahr kann unsere Haut wegen zu flachem Einfallswinkel der Sonnenstrahlen kein Vitamin D bilden. Ab Oktober bis März steht bei uns die Sonne einfach zu tief. Ein Sonnenbrand kann man sich trotzdem holen, aber die für die D-Bildung in der Haut notwendigen Strahlen kommen im Winterhalbjahr beim tiefen Sonnenstand nicht durch die Atmosphäre.
  • Über die Ernährung führen wir uns lediglich 120-200 i.E. zu
  • Um auf die in der Studie als sinnvoll erwiesenen 7000 i.E. zu kommen, sind insbesondere Risikogruppen auf die tägliche Einnahme von 7000 i.E. angewiesen.
  • Laut der WHO sind bis täglich 40'000 i.E. mit keinen Nebenwirkungen zu rechnen.

Laut dieser neuen Studie sollten die meisten Menschen dem Vitamin-D-Bedarf gerade im Winter grösste Aufmerksamkeit schenken. Die Mehrheit in der Schweiz ist für eine gute Vitamin-D-Versorgung auf Nahrungsergänzungen / Substitution angewiesen. Empfehlung der Studienleiter für das Winterhalbjahr: täglich 7000 i.E. einnehmen.

Dreamteam für starke Knochen

Vitamin K2 ergänzt Vitamin D3 optimal und kümmert sich darum, dass Calcium an die rechten Orte im Körper gelangt. Bei hoher Dosierung von Vitamin D3 und für Osteoporosegefährdete oder Personen mit Verkalkungen (Arterien, Gelenke) ist die regelmässige Einnahme von K2 angezeigt.

vitamin-D3_sonnenvitamin_taeglicher-bedarf.jpg

Zusammenfassung: Einnahmeempfehlung Vitamin D3

Im Winter erst recht, bei vielen jedoch auch im Sommer, sind Menschen aus der Schweiz und Mitteleuropa auf eine Substitution von Vitamin-D3 via z.B. Tropfen angewiesen.

  • Täglich ist es für Erwachsene sinnvoll, 4'000 i.E. bis 10'000 i.E. Vitamin D3 einzunehmen.
  • Für Kinder scheinen 1'000 bis 3'000 i.E. sinnvoll zu sein.
  • Wer von Frühling bis Herbst viel an der Sonne ist (ohne Sonnenschutz) kann die obigen Mengen reduzieren
  • Die meisten Menschen in der Schweiz (60-80% der Bevölkerung) hat einen Vitamin-D-Mangel

Erfahrung von einem Bekannten unserer Familie

Seit ich beim Snowboarden im Frühjahr 2010 in Davos eine unvergessliche Erfahrung mit Vitamn D gemacht habe verzehre ich täglich ca. 8‘000 – 10‘000 IE sofern ich nicht ausreichend Zeit im Freien sein kann. Es gibt mich noch, vergiftet bin ich nicht, morgens brauche ich um 5.00 Uhr kein RedBull oder Kaffee um auf die Sprünge zu kommen. Herr G.G. im Kanton Aargau, 25.9.2015

Anmerkungen

  • In der Studie wird von 20 ng/ml „25(OH)D“ im Blut ausgegangen, was der absolute Minimalwert ist. Normalerweise werden 25 -30 ng/mL empfohlen. Die Studie lief im Sommer, d.h. es handelt sich um Sommerwerte. D.h. im Winter sollte die Tagesdosis von Vitamin D3 eher bei 7'000 – 10'000 i.E. liegen.
  • Zum Aufbau der Knochen muss Vitamin D3 nicht jeden Tag eingenommen werden. Dort kann man auch grössere Dosen auf Vorrat einnehmen. ABER bei Herzschwäche und anderen Erkrankungen scheint die regelmässige, tägliche Einnahme bei entsprechender Dosierung einen Vorteil zu bringen. Das Regelmässige mässige zahlt sich oft aus, das kann vielerorts beobachtet werden! Newsletter vom 18.9.2017 von Dr. Volker Schmiedel zum Thema "Die Sonne im Herzen"
  • Ein Sonnenbad im Sommer um die Mittagszeit bringt in 30 Minuten knapp 40'000 i.E., d.h. auch wesentlich höhere Dosen.
  • Gemäss Speichervorrat stehen dem Körper mehr oder weniger „25(OH)D“ zur Verfügung. D.h. es muss erst der Speicher gefüllt werden, bevor mehr „25(OH)D“ zur Verfügung steht.
  • Es gibt leider verschiedene Messmethoden für 25-OH-D, je nachdem ist der empfohlene Minimalwert 25 ng/ml oder 120 ng/ml. In der Schweiz wird meist 120 ng/ml verwendet / In Deutschland der niedrigere Wert.
  • Vom Speicher muss im Winter gezehrt werden, da nur ein Sonnenstand über 60° Vitamin D erzeugt. Dies ist in unseren Breiten übers Winterhalbjahr nicht der Fall.

Quellen / Bibliografie


Anmelden