27. Februar 2026

Natürlich gesund, Frühling 2026

Stefanie Burger

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Mehr Dankbarkeit für einen besseren Schlaf

Eine Studie aus England zeigt, dass Dankbarkeit unsere Schlafqualität, die Einschlafzeit sowie die Schlafdauer verbessert und die Tagesschläfrigkeit (Hypersomnie) reduziert. Zum einen hat Dankbarkeit einen direkten Effekt auf die oben genannten Aspekte. Jedoch haben dankbare Menschen auch weniger negative Gedanken und Sorgen sowie mehr positive Gedanken vor dem Schlafen, was alles wiederum für zu einem besseren Schlaf beiträgt. Dankbarkeit beeinflusste die Schlafqualität unabhängig von den anderen Persönlichkeitsmerkmalen.

Surftipp

Hier gibt es einen ausführlichen Artikel über Dankbarkeit inklusive Gratis-Download – Vorlage für Dankbarkeits-Tagebuch

Wood, A. M., Joseph, S., Lloyd, J., & Atkins, S. (2009). Gratitude influences sleep through the mechanism of pre-sleep cognitions. Journal of psychosomatic research, 66(1), 43-48.

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Wann Nähe gut tut: Erkenntnisse über die perfekte Umarmung

In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass Umarmungen eine wichtige Rolle für die psychische und physische Gesundheit spielen. Umarmungen dienen als emotionalen Support und können als Stresspuffer wirken. Häufiges Umarmen geht zudem mit einem tieferen Blutdruck, tieferen Entzündungswerten und einem besseren Immunsystem einher. Britische Forscher haben untersucht, was eine gute Umarmung ausmacht. Die Ergebnisse zeigen, dass längere Umarmungen angenehmer empfunden werden als sehr kurze Umarmungen. Um einen positiven Effekt auf die Stimmung zu haben, sollte eine Umarmung mindestens 5 Sekunden anhalten. Dabei spielt die Position der Arme weniger eine Rolle als die Dauer des Körperkontakts.

Dueren, A. L., Vafeiadou, A., Edgar, C., & Banissy, M. J. (2021). The influence of duration, arm crossing style, gender, and emotional closeness on hugging behaviour. Acta psychologica, 221, 103441.

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10’000 Schritte? Die Wissenschaft sagt etwas anderes

Seit Jahren gilt die 10’000-Schritte-Regel als anzustrebendes Ziel für eine gute Gesundheit. Diese Zahl stammt aber eigentlich aus einem Werbegag einer japanischen Firma und es gibt wenig wissenschaftliche Evidenz um diese Empfehlung zu belegen. In einer grossangelegten Metaanalyse der University of Massachusetts Amherst wurden die Daten aus 15 internationale Studien mit insgesamt 47’471 Teilnehmern ausgewertet, um den Zusammenhang zwischen der täglichen Schrittzahl und dem allgemeinen Sterberisiko zu untersuchen. Ergebnisse zeigen, dass eine höhere Anzahl von Schritten pro Tag mit einem zunehmend geringeren Sterberisiko verbunden ist. Der Effekt “deckelte” sich bei über 60-jährigen Erwachsenen bei etwas 6’000 bis 8’000 Schritte pro Tag und bei jüngeren Erwachsenen (< 60 Jahre) bei etwa 8’000 bis 10’000 Schritte täglich. Alle Schritte darüber hinaus beeinflussen die Lebenserwartung nicht markant. Es wurden keine konsistenten Hinweise gefunden, dass die Schrittintensität einen zusätzlichen Einfluss auf die Sterblichkeit über das Gesamtschrittvolumen hinaus hat.

Hinweis: Mehr Schritte verbrennen mehr Kalorien, was sich auf das Gewicht auswirken kann. Daher zählt beim Abnehmen jeder Schritt.

*Paluch, A. E., Bajpai, S., Bassett, D. R., Carnethon, M. R., Ekelund, U., Evenson, K. R., Galuska, D. A., Jefferis, B. J., Kraus, W. E., Lee, I. M., Matthews, C. E., Omura, J. D., Patel, A. V., Pieper, C. F., Rees-Punia, E., Dallmeier, D., Klenk, J., Whincup, P. H., Dooley, E. E., Pettee Gabriel, K., … Steps for Health Collaborative (2022). Daily steps and all-cause mortality: a meta-analysis of 15 international cohorts. The Lancet. Public health, 7(3), e219–e228. https://doi.org/10.1016/S2468-2667(21)00302-9*

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Längeres Stillen verbessert die Entwicklungschancen

In einer israelischen Kohortenstudie mit 570’532 Kindern wurde untersucht, ob Stillen mit verbesserten neurologischen Entwicklungsergebnissen verbunden ist. Die Ergebnisse zeigen, dass längeres und ausschliessliches Stillen unabhängig mit einem geringeren Risiko für Entwicklungsverzögerungen verbunden ist, nach dem für mögliche Störvariablen statistisch kontrolliert wurde. Kinder, die mindestens 6 Monate lang gestillt wurden, zeigten weniger Verzögerungen beim Erreichen sprachlicher, sozialer oder motorischer Entwicklungsmeilensteine als Kinder, die weniger als 6 Monate lang gestillt wurden. Diese Resultate stimmen mit den Empfehlungen der WHO überein: Säuglinge sollen in den ersten sechs Lebensmonate ausschliesslich gestillt werden und anschliessend bis mindestens zum Alter von 2 Jahren oder länger weitergestillt werden, ergänzt durch gesunde Ernährung.

Goldshtein, I., Sadaka, Y., Amit, G., Kasir, N., Bourgeron, T., Warrier, V., Akiva, P, Tsadok, M.A., Zimmerman, D. R. (2025). Breastfeeding duration and child development. JAMA network open, 8(3), e251540-e251540.
WHO. Infant and young child feeding. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/infant-and-young-child-feeding (aufgerufen am 12.11.2025)

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